Aktuelles

Wittfeld nimmt Strecke Waren–Kratzeburg pünktlich in Betrieb

10.06.2013

Zurück

Mit Tempo durch den Nationalpark

Seit dem 10. Juni 2013 läuft der Bahnverkehr wieder über die Trasse Waren–Kratzeburg in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hatte Wittfeld in einer Arbeitsgemeinschaft, unter anderem mit Eiffage Rail, seit Oktober 2011 insgesamt 40 Kilometer Gleisanlagen erneuert, eine Eisenüberführung neu und die Bahnhöfe Kargow und Klockow abgebaut.


Das Wittfeld-Projekt ist Teil des größten Bauvorhabens der Deutschen Bahn im Nordosten der Republik: dem Ausbau der Strecke Berlin–Rostock, im Zuge dessen die Achslast auf 25 Tonnen und die Höchstgeschwindigkeit auf 160 Kilometer je Stunde angehoben wurde. Die Arbeitsgemeinschaft um Wittfeld schaffte es als einziges Los unter allen Teilabschnitten der Ausbaustrecke, die Trasse pünktlich zu übergeben.
Bauen im Naturschutz


Der Abschnitt Kratzeburg–Waren verläuft mitten durch den Nationalpark Müritz. Um die aufwendige Baumaßnahme zu realisieren, ohne den empfindlichen Naturraum zu beeinträchtigen, war von Wittfeld und Partnern viel Rücksicht gefordert. Beispielsweise richtete sich ihr Bauzeitenplan nach den Brut- und Hegeperioden der Fauna. Schon in der Vorbereitung der Bauabschnitte mähten und rodeten sie Flächen, damit sich Bodenbrüter gar nicht erst ansiedeln würden. Die Larven des Queckenspinners, eines geschützten Nachtfalters, wurden abgesammelt, Sperrungen gegen Tierkollisionen gebaut. Amphibien- und Reptilienzäune wiesen die Zauneidechsen und andere Kriechtiere auf Wanderrouten jenseits der Bautrasse.


Pragmatische Lösungen gefunden
Pragmatische Lösungen waren auch bei der Eisenbahnüberführung Kargow gefragt, dem einzigen Ingenieurbauwerk der Auftragsliste. Um die bestehende Brücke zu ersetzen, hatte der Bauherr eine Hilfsbrückenkonstruktion ausgeschrieben, die sich wegen der Bodenverhältnisse und vorgegebenen Zeiten als nicht praktikabel erwies. Wittfeld plante kurzerhand neu, wie die Brücke im Rhythmus der Sperrpausen ersetzt werden könnte. Die Ingenieurbauer entschieden sich für den halbseitigen Neubau, bei der ein Mittelverbau direkt zwischen die zwei Gleise gesetzt wird.


Cleveres Recycling
Ein glückliches Händchen bewies Wittfeld bei der Stoffverwertung: Wittfeld konnte den Aushub aus dem alten Gleisbett und das zu entsorgende Boden-Split-Gemisch nahezu komplett wiederverwerten und damit den gesamten Bedarf an Kiesgemisch (KG 2) und Recycling-Schotter für die Baumaßnahme selbst decken. So sparte sich die Bahn die Entsorgungskosten des Altschotters. Nebenbei hat das clevere Recycling auch einen erheblichen ökologischen Vorteil.


Mit einer Eigenkonstruktion zur Dekontaminierung half Wittfeld zudem, zehn Tonnen versprengte Flakmunition aus dem Abraum zu bergen. Der Kampfmittelräumdienst hatte die Wittfeld-Entwicklung zur Nutzung freigegeben.


Projektdaten auf einen Blick

  • Aufgabe: Streckenertüchtigung eines 20 Kilometer langen, zweigleisigen Abschnitts der Bahntrasse Rostock–Berlin
  • Projektvolumen: 16,8 Millionen EUR (davon Wittfeld: 9,9 Millionen EUR, Eiffage Rail: 4,6 Millionen  EUR)
  • Bauzeit: Oktober 2011–Dezember 2013
  • Ausführung: Wittfeld (techn. GF), Swietelsky (kfm. GF), Eiffage Rail (konventioneller Gleisbau), Eurailpool (Maschinengebundener Gleisbau)

Kontakt:

Wittfeld GmbH
Hansastraße 83
49134 Wallenhorst
Tel.: +49 5407 501-0
Fax: +49 5407 501-239
www.wittfeld.de

Wittfeld erneuerte die Eisenbahnüberführung Kargow in nächtlichen Sperrpausen.